Offizielle und angemessene Reaktivierung der außerschulischen Bildungsarbeit

Sehr geehrter Herr Minister Holter, sehr geehrte Frau Ministerin Siegesmund,

als Landesarbeitsgemeinschaft Bildung für nachhaltige Entwicklung (LAG BNE Thüringen) und in Vertretung Thüringer Bildungsanbieter*innen der BNE des non-formalen, außerschulischen Bildungsbereichs bitten wir Sie, die Möglichkeiten der außerschulischen Bildungsarbeit sowie des Lernens am anderen Ort für das Schuljahr 2020/21 zu klären.

Dabei bitten wir Sie, insbesondere Thüringer Lehrerinnen und Lehrern ihre Möglichkeiten für das Lernen am anderen Ort, die Zusammenarbeit mit außerschulischen Anbieter*innen in der Schule und Weiterbildungen für Pädagog*innen sowie Maßnahmen der Erwachsenenbildung verbindlich darzustellen.

Mit der bisherigen Regelung des TMBJS zu Klassenfahrten und dem Lernen am anderen Ort (z.B. Wandertage) sind praktisch alle außerschulischen Anbietenden der non-formalen Bildung von der schulbegleitenden Bildungsarbeit ausgeschlossen.

Deshalb fordert die LAG BNE eine klare Aussage zur Umsetzung außerschulischer Bildungsangebote im Schulkontext.

Welche Maßnahmen beabsichtigen Sie zu ergreifen, um die außerschulische Bildung unter den ggf. noch längerfristig notwendigen Vorsichts- und Vorkehrungsmaßnahmen zur Pandemieprävention wieder in den Schulalltag des kommenden Schuljahres einzugliedern?

Nach unseren bisherigen Erfahrungen werden die Thüringer Lehrkräfte außerschulische Angebote ohne eine offizielle Klärung auf Verwaltungsebene auch in den folgenden Monaten nicht planen, vorbereiten und buchen – obwohl alle Bildungsanbieter*innen bereits Hygienekonzepte vorliegen haben und somit auf den Weiterbetrieb gut vorbereitet sind. Damit dramatisiert sich die derzeit schwierige Lage katastrophal und eine über Jahrzehnte gewachsene Bildungslandschaft wird verschwinden – wie bereits in unserem Schreiben vom 7. April dargestellt.

Von diesen Maßnahmen betroffen sind BNE-Bildungsanbietende in unzähligen Thüringer Vereinen und Verbänden, die Thüringer Schullandheime und Jugendherbergen, Bildungseinrichtungen in den Nationalen Naturlandschaften, der Demokratiebildung, u.a. auch die Teilnahme an Wettbewerben (z.B. Thüringer Nachhaltigkeitsschulen – Umweltschulen Europa).

Eine Befragung der LAG im dargestellten Bildungsbereich im April/Mai dieses Jahres unterstreicht den existenzbedrohenden Wegfall der außerschulischen Bildungsarbeit. Schullandheime wie auch Selbstständige und kleine Bildungsanbieter*innen bedrohen diese Regelungen gerade dann in ihrer Existenz, wenn die bestehenden Regelungen einen Einnahmeausfall über mehr als drei Monate verursachen. Bestehende Hilfs- und Fördermöglichkeiten gleichen diesen Ausfall in keiner Weise aus. 81% der Befragten sind von Einnahmeausfällen betroffen. Knapp die Hälfte der Befragten schätzten einen Einbruch ihrer regelmäßigen, jährlichen Einnahmen um mehr als 40%.

Deshalb ist eine weitere Forderung unsererseits, dass finanzielle Mittel für betroffene Akteure der außerschulischen Bildung zur Verfügung gestellt werden, um die Auswirkungen der derzeitigen Einschränkungen auszugleichen.

Für Rückfragen oder weitere Diskussionen dieser Sachverhalte stehen wir gern zur Verfügung.

Bleiben Sie gesund!  

Mit freundlichen Grüßen    

Maria Fronz & Jens Düring

SprecherIn der LAG BNE Thüringen  

Erfurt, 18.06.2020

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Unterzeichnet:

Natur und Umwelt Saalleiten e. V.