Bildung für nachhaltige Entwicklung Thüringen

Landesarbeitsgemeinschaft

Außerschulische Bildung in der Krise

Außerschulische Bildung in der Krise

Außerschulische Bildung in der Krise

Seit März waren neben KiTas und Schulen auch die außerschulischen Lernorte coronabedingt geschlossen. Erstere beiden haben wieder geöffnet und führen ihre Arbeit weiter. Für letztgenannte gilt das nicht automatisch. Vom Thüringer Bildungsministerium (TMBJS) werden Schulausflüge noch untersagt. Die Landesarbeitsgemeinschaft Bildung für nachhaltige Entwicklung Thüringen (LAG BNE) hat in einem landesweiten Appell auf diese prekäre Lage hingewiesen und erhofft sich von Minister Holter eine Lösung. Die in Jahrzehnten entwickelte Bildungslandschaft von vielen Anbietern externer Bildungsangebote verschiedenster Ausrichtung steht vor einer großen Zäsur. Nicht wenige Anbieter stehen vor dem Aus.

Die LAG BNE Thüringen bitte den Bildungsminister Holter, die Möglichkeiten der außerschulischen Bildungsarbeit sowie des Lernens am anderen Ort für das Schuljahr 2020/21 zu klären. Insbesondere Lehrerinnen und Lehrer sollen ihre Möglichkeiten für das Lernen am anderen Ort, die Zusammenarbeit mit außerschulischen Anbieter*innen in der Schule und Weiterbildungen für Pädagog*innen sowie Maßnahmen der Erwachsenenbildung verbindlich dargestellt werden.

Mit der bisherigen Regelung des TMBJS zu Klassenfahrten und dem Lernen am anderen Ort (z.B. Wandertage) sind praktisch alle außerschulischen Anbietenden der non-formalen Bildung von der schulbegleitenden Bildungsarbeit ausgeschlossen.

Die LAG BNE Thüringen fordert eine klare Aussage zur Umsetzung außerschulischer Bildungsangebote im Schulkontext.

„ Wir fragen den Minister, welche Maßnahmen er zu ergreifen beabsichtigt, um die außerschulische Bildung unter den ggf. noch längerfristig notwendigen Vorsichts- und Vorkehrungsmaßnahmen zur Pandemieprävention wieder in den Schulalltag des kommenden Schuljahres einzugliedern?“, so Maria Fronz, Sprecherin der LAG BNE.

In einer Umfrage unter Akteuren wie Schullandheimen, Jugendherbergen, den Nationalen Naturlandschaften, Gedenkorten, Institutionen der Umweltbildung, der Demokratiebildung oder des Globalen Lernens hat gezeigt, dass der Wegfall der außerschulischen Bildungsarbeit teilweise existenzbedrohend ist. Gerade dann, wenn die bestehenden Regelungen einen Einnahmeausfall über mehr als drei Monate verursachen. Bestehende Hilfs- und Fördermöglichkeiten gleichen diesen Ausfall in keiner Weise aus. 81% der Befragten sind von Einnahmeausfällen betroffen. Knapp die Hälfte der Befragten schätzte einen Einbruch ihrer regelmäßigen, jährlichen Einnahmen um mehr als 40 Prozent.

„Nach unseren bisherigen Erfahrungen werden die Thüringer Lehrkräfte außerschulische Angebote ohne eine offizielle Klärung auf Verwaltungsebene auch in den folgenden Monaten und auch im neuen Schuljahr nicht planen, vorbereiten und buchen – obwohl alle Bildungsanbieter*innen bereits Hygienekonzepte vorliegen haben und somit auf den Weiterbetrieb gut vorbereitet sind. Damit dramatisiert sich die derzeit schwierige Lage katastrophal und eine über Jahrzehnte gewachsene Bildungslandschaft wird verschwinden“, so Maria Fronz weiter.

Deshalb ist eine weitere Forderung der LAG BNE, dass finanzielle Mittel für betroffene Akteure der außerschulischen Bildung zur Verfügung gestellt werden, um die Auswirkungen der derzeitigen Einschränkungen auszugleichen. Denn von den bestehenden Hilfsprogrammen werden viele Akteure nicht erreicht.

Der Appell ist zu finden unter: http://www.lag-bne-thueringen.de/appell/

Hintergrund: Die LAG BNE Thüringen ist ein freiwilliger Zusammenschluss vielfältiger Akteur*innen von BNE in Thüringen. Sie ist Interessenvertretung, Netzwerk, bietet Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und unterstützt Qualitätssicherung und –entwicklung.

Kontakt:  Sprecherin Maria Fronz, Tel. 03641 22 49 951

kontakt@lag-bne-thueringen.de                         

LAG-BNE